Frauennotruf Trier

Transgenerationale

Traumata

ein Politikum

Gegen sexualisierte Gewalt an Frauen weltweit

„Frauen sind das Gewebe der Familie und
der Gesellschaft. Der schnellste Weg, eine
Gesellschaft zu zerstören, ist es, ihre wertvollsten
Bestandteile zu zerstören. Wer eine
Frau vergewaltigt, vergewaltigt auch eine
Gemeinschaft und eine Familie. Die sexuelle
Gewalt reißt diese Gesellschaft auseinander“.

Zainab Hawa Bangura, UN Sonderbeauftragte
gegen sexuelle Gewalt im Konflikt

TAGUNG, Mittwoch, 06.12.2017
Robert Schuman Haus, Trier

Frauennotruf Trier S.I.E heinrich-boell-stiftung

Eine Gesellschaft sollte sich für den Konsens eines friedlichen und gewaltfreien Lebens aller mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzen und verantwortlich fühlen. Wo bereits sexualisierte Gewalt stattgefunden hat, muss sich Gesellschaft immer fragen, inwiefern sie den Nährboden für diese Gewaltform bietet. Als solidarische Gemeinschaft muss eine Community in die Verantwortung für betroffene Frauen und Mädchen gehen und versuchen alles ihr in der Macht stehende zu tun, um bereits entstandenes Leiden zu lindern und zukünftiges Leid zu verhindern. Kein Boden für (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und Mädchen! Warum es dabei nicht nur um Menschlichkeit oder Solidarität allein geht, sondern für uns alle viel mehr davon abhängt, soll diese Tagung zeigen. Der Frauennotruf Trier möchte als Fachstelle zum Themenfeld sexualisierte Gewalt mit dieser besonderen Tagung den Bogen zwischen individuellem Schicksal und gesellschaftlichen Prozessen spannen.

Programm 9:00 -13:45

9:00 Ankommen
9:30 Begrüßung
9:45-10:15 „Nein heißt nein: Darin sind sich also
alle einig. Aber wie geht es weiter?“

Dr. Mithu Sanyal
Wie reden wir als Gesellschaft über das schwierige Thema Vergewaltigung? Was bedeuten sexuelle Selbstbestimmung und Konsens? Und welche Debatte müsste sich jetzt an die Reform des Paragraphen 177 des Strafgesetzbuches anschließen?
Impulsvortrag & offene Diskussion
Austausch im Plenum
10:15-10:30 Pause
10:30-11:00 „Versorgungslandschaft und Potential
kontextualisierter Ansätze für traumatisierte
Frauen“
Ruth Petri, Dipl. Psych.
Die Referentin stellt den feministisch kontextualisierten Ansatz der Unterstützungstätigkeit in Frauennotrufen einer eher defizitären Versorgungslandschaft gegenüber. Sie geht der Frage nach, inwieweit der Ausbau professionalisierter Frauenunterstützungseinrichtungen eine echte Chance sein kann, die Traumaspirale zu durchbrechen und zugleich Gesellschaft gesünder und gewaltfreier zu gestalten.
Impulsvortrag & offene Diskussion
Austausch im Plenum
11:30-12:00 Transgenerationale Aspekte von Traumatisierungen
– Dr. Ute Zillig
Die Thematik der transgenerationalen Weitergabe von Traumatisierungen ist mittlerweile in Fachwelt und Öffentlichkeit sehr präsent. Doch wie genau lässt sich dieses Phänomen erklären? Im Vortrag werden unterschiedliche Wege der Weitergabe von Traumata entlang von traumatheoretischen Modellen betrachtet. Anhand von Interviewauszügen mit komplex traumatisierten Frauen werden außerdem Möglichkeiten der Veränderungen transgenerationaler Dynamiken in den Blick genommen.
Impulsvortrag & offene Diskussion
Austausch im Plenum
12:00-12:15 Pause
12:15-12:45

„We are still alive. Wir wurden verletzt,
doch wir sind mutig und stark.“

Denise Klein, Dipl.Päd.

Denise Klein, Referentin im Auftrag von medica mondiale e.V. blickt anhand der Studie zu Langzeitfolgen von Kriegsvergewaltigung und Bewältigungsstrategien von Überlebenden zurück auf 20 Jahre Frauenrechtsarbeit in Bosnien und Herzegowina und stellt den stress- und traumasensiblen Ansatz von medica mondiale e.V. vor. Medica mondiale ist eine international tätige, feministische Frauenrechts-und Hilfsorganisation, die sich seit 1993 solidarisch und beharrlich für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzt.
Impulsvortrag & offene Diskussion
Austausch im Plenum

12:45-13:45 Mittagspause

 

Programm 13:45 -17:00

13:45-15:15

Workshop 1 – Dr. Ute Zillig
Traumasensible Arbeit mit Müttern

Als Einstieg in den Workshop wird Bezug auf einige traumatheoretische Grundlagen genommen. Im Anschluss werden praktische Übungen für die Arbeit mit (komplex) traumatisierten Müttern vorgestellt und ausprobiert. Es wird ebenso Platz für Austausch und Fragen sein.

 

Workshop 2 – Denise Klein
Ein stress- und traumasensibler Ansatz

„Geflüchtete Mädchen und Frauen haben häufig verschiedene Formen geschlechtsspezifischer Unterdrückung und/oder sexualisierter Gewalt im Herkunftsland oder auf der Flucht erlebt, bevor sie Deutschland erreichen. Auch die Ankommenssituation bietet meist weder Sicherheit und Schutz vor Gewalt, noch eine adäquate Versorgung oder Möglichkeiten des Aufbaus einer selbstbestimmten Perspektive. Was brauchen Mädchen und Frauen, die Gewalt erlebt haben? Was brauchen Hauptamtliche und Aktivistinnen, die mit hochbelasteten Menschen arbeiten? Denise Klein wird in dem Workshop anhand des stress- und traumasensiblen Ansatzes von medica mondiale e.V. zusammen mit den Teilnehmenden Hilfestellungen und Anregungen für den jeweiligen Arbeitsalltag erarbeiten.

 

Workshop 3 – Martina Kuschel
Sicher und selbstbewusst vererbte und
verinnerlichte Opferhaltungen durch Körperübungen
erkennen und in Bewegung bringen.

Im Workshop werden Grundübungen aus WenDo (feministische Selbstverteidigung und Selbstbehauptung) vorgestellt. Schwerpunkt werden Übungen sein, die auch im Einzelsetting mit traumatisierten Frauen Blockaden lösen und Kräfte freisetzen können.

15:15-15:30 Pause
15:30-16:30 Vorstellung der Workshop-Ergebnisse
im Plenum mit offener Diskussion
16:30-17:00 Gemeinsamer Abschluss
mit allen Referentinnen und Gästen im Plenum …
ca. 17:00

Ende der Tagung

Die gesamte Tagung wird moderiert.

Zu den Referentinnen:

Dr. Mithu Melanie Sanyal
Journalistin und Autorin – Autorin des Buches: „Vergewaltigung – Aspekte eines Verbrechens“, Edition Nautilus, August 2016, www.sanyal.de

Ruth Petri
Diplom-Psychologin, Beraterin und Expertin in der Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen „Frauennotruf Trier“

Dr. Ute Zillig
langjährige Mitarbeiterin im Frauennotruf Göttingen, derzeit Vertretungsprofessorin an der Fachhochschule Frankfurt und Dozentin Institut Berlin, Diplom Sozialpädagogin/ Sozialarbeiterin (FH), Diplom Sozialwirtin Traumazentrierte Fachberaterin/Fachpädagogin
(DeGPT/BAG TP)

Denise Klein
Diplom-Pädagogin und Traumapädagogin/Traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT)(BAG-TP), arbeitet seit 2010 in einer Informations-und Beratungsstelle für Migrantinnen und geflüchtete Frauen. Ihre Arbeitsschwerpunkte im Bereich Gewalt an Frauen im Migrationsprozess sind: die besondere Situation von Mädchen und Frauen im Herkunftsland und auf der Flucht, Zwangsverheiratung und Frauenhandel und Gewaltschutz von geflüchteten Frauen. Sie ist zudem im stress- und traumasensiblen Ansatz von medica mondiale geschult und hält im Auftrag der Organisation Fortbildungen und Vorträge.

Martina Kuschel
Jahrgang 1962, Dipl. Sozialpädagogin, WenDo Trainerin, Heilpraktikerin, Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Traumatisierung, seit 1994 freiberuflich bei vielen (feministischen) Projekten zum Thema: „Strukturelle
Gewalt – Frauen und Mädchen stärken!“ tätig.
www.wendo-rheinland.de


Organisatorisches

Termin der Tagung:
Mittwoch, 06. Dezenber 2017, 9:00-17:00 Uhr

Zielgruppe: Interessierte (Fach)-Öffentlichkeit aus der Frauen-, Mädchen- und Täter*innenarbeit, Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen, Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Erzieher*innen und viele andere Berufsgruppen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen sowie Vertreter*innen von Polizei und Politik

Veranstaltungsort: Robert Schuhman Haus, Auf der Jüngt 1, 54293 Trier

Anmeldung: bitte schriftlich per Email mit ausgefülltem Anmeldeformular an info@frauennotruf-trier.de

Die Akkreditierung der Veranstaltung ist beantragt

Teilnahmegebühr für die Tagung (inclusive Essen und Getränke) beträgt 100,00 € und ist zur Anmeldung und verbindlichen
Platzreservierung auf das Konto des Frauennotrufs Trier bei der Stadtsparkasse Trier zu entrichten:
IBAN: DE21 5855 0130 0000 7568 90
BIC: TRISDE55XXX

Anmeldeschluss: Montag 27. November 2017

Anreise mit dem Auto: Das Robert Schuman Haus befindet sich am Markusberg, nahe der Mariensäule. Geben Sie in Ihr Navigationssystem die obenstehende Adresse ein.

Anreise mit öffentlichen Verkehrmitteln: Vom Hauptbahnhof in Trier aus mit dem Taxi (15-30 Minuten Fahrtzeit, je nach Verkehrslage) oder mit dem Bus der Linie 2 (Richtung Trierweiler) bis Haltestelle Römerstraße und von dort zu Fuß (20 Minuten Gehweg)


Anmeldung

Hiermit melde ich mich verbindlich zur Tagung „Transgenerationale Traumata ein Politikum – Gegen sexualisierte Gewalt an Frauen weltweit“ am Mittwoch, 6. Dezember 2017, 9:00-17:00 Uhr an.








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